BME-Region Hamburg/Schleswig-Holstein


20.08.2019
Young Professionals

BME-Hochschulgruppe TU Dresden zu Gast in Hamburg

Dieses Jahr war es wieder so weit. In den Pfingstferien machten wir uns mit 12 Teilnehmenden auf, um verschiedenste Unternehmen aus dem Blickwinkel der Logistik und des Einkaufs kennenzulernen. Das Ziel diesmal: Hamburg!

BME-Hochschulgruppe TU Dresden


Logistikrundreise 2019

Ein Bericht von Ole Breither, Sprecher der Hochschulgruppe TU Dresden

Dienstag, der 11. Juni 2019

Dieses Jahr war es wieder so weit. In den Pfingstferien machten wir uns mit 12 Teilnehmenden auf, um verschiedenste Unternehmen aus dem Blickwinkel der Logistik und des Einkaufs kennenzulernen.

Das Ziel diesmal: Hamburg!

Zum Start unserer Rundreise wurden wir bei dem Unternehmen F. Reyher Nchfg. GmbH & Co. KG herzlichst in Hamburg begrüßt. Reyher ist eines der führenden Großhandelsunternehmen für Verbindungsmittel und Befestigungstechnik. Sie kaufen fertige Handelswaren ein, übernehmen die Qualitätssicherung für die Endkund:innen und schaffen es diese innerhalb von 24 Stunden mithilfe ihrer optimierten Just-in-Time-Lieferung zu beliefern. Für diese schnelle Lieferung, die hohe Lieferbereitschaft sowie die rund 130.000 verschiedenen gelagerten Artikel, wird Reyher von seinen Kund:innen hoch geschätzt.

Nach der Begrüßung ging es für uns zu einer Führung über das Betriebsgelände und durch das Lager. Dabei konnten wir neben dem Wareneingang und der Qualitätssicherung auch die Einlagerung in die zwei Hochregallager bestaunen. Beide Lager haben dabei eine erstaunliche Höhe von über 35 Metern und werden vollautomatisiert durch Regalbediengeräte betrieben. Im Anschluss an die Kommissionierung, konnten wir ein Pufferlager und ein automatisches Kleinteilelager im realen Betriebseinsatz kennenlernen. Als letzten sehr interessanten Stopp ging es für uns zur Kanban-Kommissionierung, denn Reyher bietet seinen Kunden sein eigenes Kanban-System, das Reyher Order Management.

Zum Schluss wurden wir noch in einer lockeren Gesprächsrunde detaillierter über das Unternehmen informiert und konnten all unsere Fragen loswerden.

Mittwoch, der 12. Juni 2019

Heute ging es früh los, da wir das erste Unternehmen des Tages in Lübeck besuchen wollten. Nach einem kurzen Stopp, bei dem wir durch ein kleines Kennenlernspiel mehr von den anderen erfuhren, trafen wir bei Drägerwerk AG & Co. KGaA ein.

Das Unternehmen spezialisiert sich auf Sicherheits- und Medizintechnik und ist einer der Marktführer in diesem Feld. Wir wurden vom Young-Professionell-Vertreter des BME Hamburg begrüßt. Nach ein paar einführenden Worten starteten wir zu einer zweistündigen Führung durch die verschiedenen Fertigungshallen von Dräger. Der Standort Lübeck hebt sich von den weiteren weltweit verteilten Produktionsstätten durch seine Funktion als Headquarter ab. Das Familienunternehmen wird mittlerweile von der 5. Generation geführt. Das Produktportfolio setzt sich aus verschiedenen Produkten zusammen, welche Leben schützen, unterstützen und retten. In den Fertigungshallen sahen wir unter anderem die Herstellung von Wärmetherapiegeräten für Frühgeborene, Atemmasken für Feuerwehr und Bergbau, sowie Alkoholmessgeräte für den polizeilichen Einsatz.Nach der Führung erzählte uns der Leiter der Abteilung Supply Chain Management etwas über die Ziele und Herausforderungen seines aktuellen Projektes, die Supply Chain zu optimieren und zu digitalisieren.

Im Anschluss ging es zurück in die Hamburger Innenstadt. Dort hatten wir ein Treffen bei CGI, einem Unternehmen, das für viele von uns bis dato unbekannt war. Dabei ist CGI ein weltweit führendes IT-Consulting Unternehmen, welches seine Kund:innen bei der Entwicklung und Implementierung von innovativen Businesslösungen unterstützt. Nach einer Einführung in das Unternehmen und dessen Arbeitsweise, kam es zu einer angeregten Unterhaltung, bei welcher der CGI Mitarbeiter uns an seinen zahlreichen Erfahrungen teilhaben ließ. Wir gewannen wertvolle neue Blickwinken, welche sich als sehr wertvoll für unser Studien- und Arbeitsleben erweisen werden. Bei all den Fragen und Diskussionen, verloren wir ganz die Zeit aus den Augen.

Nach diesem Termin gingen die interessierten Gruppenmitglieder auf die Elbphilharmonie, um den Blick auf die Elbe und den Hamburger Hafen nicht zu verpassen. Das trübe Wetter machte Hamburg alle Ehre.

Nach diesem kurzen Sightseeing fuhren wir weiter zu einem gemütlichen Abendessen mit Henriette, der Hochschulsprecherin des BVL Hamburg (Bundesvereinigung Logistik). Der Austausch mit einem Mitglied aus einer anderen Hochschulgruppe, die ebenfalls auf Logistik spezialisiert ist, war sehr interessant als auch förderlich für unsere eigene Arbeit als Hochschulgruppe.

Trotz des langen und anstrengenden Tages haben wir viel mitnehmen können und sind den teilnehmenden Unternehmen sehr dankbar für die Einblicke.

Donnerstag, der 13. Juni 2019

Am Donnerstag ging es für uns nach einem stärkenden Frühstück per U-Bahn zur Reederei Hamburg Süd. Dort wurden wir von zwei Azubis empfangen, die uns zunächst das 1871 in Hamburg gegründete Unternehmen vorstellten und einen Einblick in die Schiffs- und Containerlogistik gaben. Weltweit beschäftigt die zum Weltmarktführer Maersk gehörende Hamburg Süd-Gruppe rund 5.000 Mitarbeiter:innen. Ein Schwerpunkt der Reederei ist der Transport von verderblichen Waren, wie Obst, Gemüse, Blumen oder Fleisch. Um diese Waren in dem gewünschten Reifegrad zu den Endkund:innen zu bringen, werden sie in speziellen Kühlcontainern, den sogenannten Reefern, transportiert. Seit Kurzem sind sämtliche Reefer der Hamburg Süd mit der RCM-Technologie ausgestattet. Was es damit auf sich hat, erfuhren wir vom Projektmanager Christian Glock. Er klärte uns nicht nur über die Bedeutung und Funktionsweise von den Reefer Containern auf, sondern gab uns auch eine kleine Einführung zum digitalen Remote Container Management. Das System ermöglicht einen live „Einblick" in das Innere des Containers. Außerdem wurde uns der Prototyp für die dazugehörige Kunden-App gezeigt, die es Kund:innen ermöglicht, jederzeit die Daten ihrer Ladung abzufragen. Nach diesem aufschlussreichen und interessanten Meeting erlaubten wir uns eine kleine Mittagspause an der Alster.

Anschließend ging es vom Wasser- zum Lufttransport. Beim Hamburg Airport Cargo Center wurden wir nach einer informativen Einführung durch einen Abschnitt der Lagerhalle geführt. In dieser wird die Ware angenommen, kontrolliert und mittels chaotischer Lagerhaltung zwischengelagert, bis sie wieder raus geht. Jede Woche wird dienstags beginnend Import und ab Donnerstag Export betrieben. Das führte dazu, dass die Regale während unserer Besichtigung gerade recht leer waren. Dafür gab es reichlich spannende Erfahrungsberichte über Traumautos, Goldbarren und kleine Braunbären.

Zum Abschluss des lehrreichen Tages stand für uns noch ein informelles Treffen mit Benjamin Brich an, dem Gründer der Humanitarian Logistics Organisation. In lockerer Runde informierte er uns nicht nur über die Arbeit im Bereich der gemeinnützigen Logistik, sondern teilte auch seine Erfahrungen aus dem Arbeitsleben mit uns.

Freitag, der 14. Juni 2019

Nachdem wir am Freitag mehr oder weniger munter unser Quartier in der Jugendherberge in Hamburg-Horn geräumt hatten, machten wir uns auf den Weg zu unserem letzten Termin dieser Logistikrundreise: Ein Besuch bei Team Trans Logistics GmbH. Dieses Unternehmen gehört zur ZUFALL logistic group, welche wir bereits im letzten Jahr am Standort in Nora (Thüringen) kennenlernten. Wir wurden vom stellvertretenden Niederlassungsleiter herzlich begrüßt und erhielten bei Kaffee und Franz-Brötchen zunächst eine kurze Einführung zur Aufstellung und Ausrichtung des Unternehmens, welches sich vor allem auf den Import aus Asien spezialisiert hat. Dabei wurde das Gespräch ständig durch praktische Erfahrungsberichte und spannende Geschichten aus dem operativen Tagesgeschäft eines Spediteurs aufgelockert. Daran anschließend blieb uns noch genügend Zeit, um gemeinsam die Lager- und de Kommissionierbereiche zu besichtigen.

Der Besuch bei Team Trans Logistics bildete somit den Schlusspunkt unserer Logistikrundreise, was für uns bedeutete, den Heimweg anzutreten. Nach 6 Stunden-Fahrt erreichten wir Dresden: etwas erschöpft, dafür aber mit vielen, neuen Eindrücken und Ideen im Gepäck!



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Ansprechpartner

Dennis Eppers Vorstandsmitglied, Ersatzdelegierter, Ansprechpartner Young Professionals
+49 451 8826716